Depressionen

Depressionen

Im Klassizismus wurde die Depression gerne mit dem harmlos und fast schon romantisch klingenden Begriff der Melancholie verklärt. Auch heute hat dieses Verständnis noch eine weite Verbreitung.

Psychotherapeuten wissen, dass es bei vielen Menschen (natürliche) melancholische Phasen gibt, die aber von der Schwere her nicht mit einer echten und ernsten Depression zu vergleichen sind. Ein wichtiges Indiz für die Annahme, dass eine Depression vorliegen könnte, ist der Zeitfaktor: Wie lange hält die Depression schon an und vor allen Dingen: Kommt sie öfter, anscheinend ohne ersichtlichen Grund vor?

Wenn Sie sich unsicher sind, ob bei Ihnen eine Depression vorliegen könnte konsultieren Sie einen Psychotherapeuten oder vereinbaren Sie einen Gesprächstermin mit uns.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bezeichnet die Depression als eine der wichtigsten Zukunftskrankheiten der Menschheit überhaupt.

Nachfolgend ein Versuch, den Themenkomplex “Depression” und die damit im Zusammenhang stehenden ähnlichen Krankheitsbilder in Kurzform für einen Internetauftritt zusammenzufassen:

Belastungs- und Anpassungsstörungen (auch Reaktionsstörungen):

In der Psychotherapie versteht man darunter psychische Reaktionen, die eindeutig auf außergewöhnlich belastende Lebensereignisse (Verlust eines Angehörigen, Scheidung etc.) zurückzuführen sind. Sie unterscheiden sich hinsichtlich der Schwere des Ereignisses, der Schwere der Symptomatik und des Zeitpunktes ihres Auftretens.

Sie werden in drei Untergruppen aufgegliedert:

  1. Akute Belastungsstörungen:
    Vorübergehende Reaktionen einer bisher psychisch unauffälligen Person auf schwerwiegende Ereignisse (z.B. Todesfall, Scheidung, Arbeitslosigkeit). Sie treten meistens sofort bzw. innerhalb der nächsten vier Wochen auf und haben eine positive Prognose, weil sie häufig selbst – auch ohne Therapie – wieder abklingen.
  2. Posttraumatische Belastungsstörungen:
    Eine verzögerte (meist innerhalb von sechs Monaten), schwerwiegende Reaktion auf extrem traumatische Ereignisse (z.B. lebensbedrohliche Situationen, wie Katastrophen oder Entführungen; aber auch unangemessene sexuelle Erfahrungen bei Kindern), die mit dem Erleben von Ohnmacht und Entsetzen einhergehen. Diese Form der Belastungsstörung hat eine etwas ungünstigere Langfristprognose, da die Symptome oft lang, bzw. lebenslang andauern können (z.B. bei Holocaust-Opfer).Allerdings wird durch psychotherapeutische Methoden oft eine für den Betroffenen wesentliche Verbesserung im Umgang mit den schwerwiegenden Ereignissen spürbar. Das Leben kann so leichter bewältigt und auch Lebensfreude wieder erlangt werden.
  3. Anpassungsstörungen:
    Reaktionen auf entscheidende Lebensveränderungen oder belastende Ereignisse. Sie sind jedoch nicht so ausgeprägt wie bei einer posttraumatischen Belastungsstörung und dauern auch nicht solange an. Früher auch als so genannte Reaktive Depression bezeichnet.Kennzeichnend sind Ereignisse, die im Auge des dritten Betrachters nicht als so dramatisch angesehen werden, wie akute oder posttraumatische Belastungsstörungen (z.B. unangemessen lange Trauer um einen Angehörigen, der nach Alter und Krankheitsbild einen natürlichen Tod gestorben ist; aber auch die Aufnahme einer anderen Tätigkeit innerhalb derselben Firma kann ein Grund sein).Die Anpassungsstörung dauert selten länger als sechs Monate und hat eine gute Prognose.

Allen gemein können folgende Symptome sein:

  • Feindliche oder misstrauische Haltung gegenüber Dritten.
  • Sozialer Rückzug und das Gefühl der Leere oder wie von einem Nebel umgeben zu sein, der einen von der Umwelt abgrenzt.
  • Oft eine leise, verhaltene Sprache und große Empfindlichkeit.
  • Geht einher mit Hoffnungslosigkeit und einem Gefühl von Nervosität wie bei einer ständigen Bedrohung.
  • Angst vor dem Verrücktwerden oder vor einer Klinikeinweisung.

Depressionen Heilpraktiker

Wichtig für die Differenzierung sind folgende Kriterien:

  • die Schwere des Traumas
  • die Schwere der Symptome
  • der Zeitfaktor

Ein- und dasselbe Ereignis kann bei unterschiedlichen Charakteren ebenso unterschiedliche Reaktionen hervorrufen.

Die “Schmerzgrenze” ist bei jedem Menschen woanders angesiedelt.

Was bei dem Einen zu schweren Traumatisierungen führt, ermöglicht dem Nächsten das Weiterführen seines bisherigen Lebens ohne oder mit nur wenigen Einschränkungen.

Die unterschiedlichen Verarbeitungsmuster als Reaktion auf ein und dasselbe Ereignis konnten bislang nicht zufriedenstellend erklärt werden. Es werden genetische Dispositionen vermutet.

Therapien:

Grundsätzlich sind Anpassungsstörungen und akute Belastungsstörungen gut mithilfe einer Hypno- oder Psychotherapie zu behandeln.

Posttraumatische Belastungsstörungen sind hingegen schwerer zu behandeln und bedürfen eines vorsichtigen Herantretens an den Erkrankten. Der Erkrankte ist überempfindlich und legt jedes Wort auf die Goldwaage.

Ein unangemessenes therapeutisches Verhalten kann sogar zu Retraumatisierung führen (z.B. allzu schnelles Sprechen über das Ereignis selbst oder sogar das Zeigen von Bildern als Versuch der Aufarbeitung). Hier ist das Feingefühl und eine ausreichende Erfahrung des Psychotherapeuten oder spezialisierten Heilpraktikers sehr wichtig.

Auch Psychopharmaka können besonders in akuten Phasen verabreicht werden, um den Patienten zu unterstützen. Sie sind dann eine wichtige Ergänzung. Oft stellen sie sogar die einzige Zugangsmöglichkeit zum Erkrankten dar, der so die Möglichkeit erhält, über seine Erkrankung zu sprechen.

Die Affektstörungen (oder affektive Psychosen bzw. Zyklothymien):

Die Depression:

Sie ist eine monopolar verlaufende Erkrankung, d.h. die Erkrankten sind nur depressiv und ohne Episoden der Lebensfreude. Es gibt vielfältige Ursachen für die Entstehung von Depressionen.

Häufig findet sich ein relativer Mangel an Serotonin (deshalb auch die Gabe von Serotoninwiederaufnahmehemmern) und Noradrenalin. Man geht von einer Dysbalance verschiedener Neurotransmitter aus.

Nach dem alten triadischen System wurden noch endogene und neurotische Depressionen unterschieden. Nach dem ICD-10 soll diese Unterscheidung aufgegeben werden (was aber nicht konsequent durchgehalten wird).

Heutzutage werden Depressionen nach ihrem Schweregrad (leichte, mittelgradige und schwere Formen und Episoden) unterteilt.

Es gibt sie mit oder ohne psychotische Symptome (im engeren Sinne also mit Wahn, Verlust zur Realität etc.).

Die wesentlichen Symptome einer Depression:

Depressive Verstimmung:

Antriebslosigkeit, traurige Verstimmtheit, Gefühl der Gefühllosigkeit (nicht einmal mehr Trauer ist in schweren Episoden fühlbar), Bewegungsarmut, emotionale Unbeteiligtheit, Gefühlsarmut (gegenüber sich und anderen, wie z.B. den eigenen Kindern), emotionale Unbeteiligtheit (weder Traurigkeit noch Freude), Sinn- und Hoffnungslosigkeit, sehr schwere Schuldgefühle (verantwortlich für die gesamte Situation zu sein).

Die Patienten fühlen sich oft tot, ausgebrannt und wie versteinert.

Eine ängstliche Grundstimmung äußert sich in existenzieller Angst.

Suizidgedanken:

Bis hin zur akuten Suizidaltität; 10 – 15 % der Patienten sterben an einem Suizid. Besonders die Phase nach der ersten medikamentösen Behandlung ist sehr gefährlich, da die Medikamente zuerst antriebssteigernd und erst später stimmungsaufhellend wirken.

Eine enge Überwachung des Patienten sollte selbstverständlich sein. Gegebenenfalls ist auch eine stationäre Aufnahme geboten.

Wahnerleben:

Wenn Wahnerleben vorkommt, was glücklicherweise seltener der Fall ist, handelt es sich hauptsächlich um Schuldwahn (s.o.). Auch ein Krankheits-, Armuts- und ein nihilistischer Wahn sind anzutreffen.

Vitalsymptome:

Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Blähgefühle, Druckgefühle auf der Brust (oft mit Schwierigkeiten beim Durchatmen), Libidoverlust.

Schlafstörungen:

Sie stellen ein sehr deutliches und oft das Frühsymptom dar.

Vor allen Dingen Einschlaf- und Durchschlafstörungen. Das sog. morgendliche Früherwachen in Kombination mit Antriebsschwierigkeiten ist auffällig. Der Schlaf ist insgesamt nicht erholsam.

Grundsätzlich muss bei Schlafstörungen immer eine Depression ausgeschlossen werden.

Denkhemmung und Grübelneigung (sog. formale Denkstörungen):

Beobachtet wird eine allgemeine Verschlechterung der Befindlichkeit am Vormittag (sogenanntes Morgentief). Eine Verschlechterung am Abend ist sehr selten und würde eher für eine neurotische Depression sprechen.

Denkhemmungen sind teilweise so ausgeprägt, dass nicht einmal einfachste Tätigkeiten, wie z.B. das Beschriften eines Briefumschlages gelingen.

Formen der Depressionen:

Endogene Depression:

Die endogene Form ist die stärkste Erkrankungsform unter den Depressionen und muss häufig mit Psychopharmaka behandelt werden. Auch ein stationärer Aufenthalt ist oft geboten.

Neurotische Depression:

Früher auch als Dysthymia bezeichnet.

Als Ursache wird ein verdrängter neurotischer Konflikt angesehen. Häufig lässt sich ein auslösendes Moment feststellen. Neurotische Depressionen verlaufen vergleichsweise mild und es treten weder Suizidalität noch Wahnsymptome auf.

Im Vordergrund stehen Müdigkeit, Schlafstörungen und Unzufriedenheit mit dem Leben.

Larvierte Depression:

Bei einer larvierten Depression überwiegen und überdecken körperliche Symptome die Depression.

Der psychiatrische Schluss ist:
Wenn alles untersucht und nichts Organisches gefunden wurde, bleibt nur noch die Psyche als Verursacher übrig.

Die Krankheit wird selten korrekt diagnostiziert, da die Symptome alles Mögliche darstellen können. Im Vordergrund stehen Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Verstopfung und Unterleibsbeschwerden. Die Diagnose erfordert ein eingehendes und ohne Zeitdruck stattfindendes Gespräch.

Die Diagnose “larvierte Depression” ist eine Ausschlussdiagnose. Erst müssen alle anderen in Frage kommenden Erkrankungen ausgeschlossen werden.

Wochenbettdepression:

Sie entwickelt sich nach der Geburt eines Kindes.

Diese Erkrankungsform ist häufiger, als der Laie vermuten könnte. Man geht von einer ca. 10 %igen Erkrankungsquote bei milderen bis schweren Verläufen aus. Sie wird immer noch als “unangemessen” empfunden, da die Mutter ja schließlich glücklich über den Familienzuwachs sein soll. Das Kind kann nicht mehr versorgt werden und wird nicht als Freude, sondern als Belastung empfunden.

In einem psychotischen Schub kann es zur erweiterten Selbsttötung (also auch zur Tötung des Kindes kommen). Gerade deshalb muss eine Wochenbettdepression intensiv betreut werden. Die Mutter darf nicht mit dem Kind allein gelassen werden. Eine zeitweilige Distanz zum Kind kann entlastend für die Mutter wirken und sollte z. B. durch Familienangehörige ermöglicht werden. Oft ist die stationäre Aufnahme die wirksamste Methode der Entlastung und Betreuung.

Erschöpfungsdepression:

Störung, die nach langjähriger, seelischer Dauerbelastung auftritt.

Spätdepression:

Sie entwickelt sich nach dem 45. Lebensjahr. Sie wird auch Involutionsdepression genannt.

Altersdepression:

Sie tritt nach dem 60. Lebensjahr auf und geht mit einer hohen Suizidalität einher.

Agitierte Depression:

Wird umgangssprachlich oft als sogenannte “Jammerdepression” bezeichnet. Die Patienten sind körperlich extrem unruhig, ängstlich und klagend.

Diese Form der Depression wird unterschätzt: Das umgangssprachliche Motto “Hunde die bellen, beißen nicht” gilt hier nicht. Dass Suizidrisiko ist außerordentlich hoch.

Allgemeine Ergänzungen:

Eine Depression verläuft normalerweise in Schüben, die mehrere Wochen bis über ein Jahr andauern können. Die beschwerdefreie Zeit wird im weiteren Verlauf eher kürzer.

Depressionen Heilpraktiker
In der Regel werden Antidepressiva und bei wahnhaften Verläufen auch Neuroleptika gegeben. Ergänzend wird eine psychotherapeutische Behandlung durchgeführt. Bei schweren Episoden ist eine stationäre Aufnahme oft unumgänglich.

Depressionen können gut hypnotherapeutisch behandelt werden, sofern keine psychotischen Anteile, wie Wahnerleben oder Halluzinationen vorhanden sind.

Wenn Sie vermuten von einer der oben genannten Depressionsformen betroffen zu sein und Interesse an einer hypnotherapeutischen Behandlung haben, sprechen Sie uns an und vereinbaren Sie einen unverbindlichen Gesprächstermin.

Sie erreichen unsere Hypnose- und Heilpraktiker-Praxis in Oldenburg (Niedersachsen) leicht aus Bremen, Cloppenburg, Delmenhorst und Ostfriesland. Klicken Sie für eine Wegbeschreibung bitte hier.

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Die Weltgesundheits- organisation (WHO) bezeichnet die Depression als eine der wichtigsten Zukunftskrankheiten der Menschheit überhaupt

 

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