Xenophobie / Angst vor Fremden – Definition, Ursachen und Therapie

Xenophobie – die Angst vor dem Fremden: Definition, Ursachen und Therapie

Die Xenophobie unterscheidet sich in einem wesentlichen Punkt von allen anderen Phobien: Sie verursacht beim Betroffenen kein Leid, sondern gibt ihm im Gegenteil häufig sogar ein Hochgefühl. Denn die „Angst vor dem Fremden“ dient durch die Abgrenzung auch der Identifikation. Natürlich hält man sich selbst für „zivilisierter“, „besser“ oder „weiter entwickelt“, als einem der Fremde erscheint. Man erhöht sich durch seine Ablehnung also selbst. Die Fremdenangst kann dabei schnell zu einem Fremdenhass werden und gefährliche Züge annehmen. Gefährlich besonders für denjenigen, gegen den sich der Hass richtet.

Schon bei den alten Griechen konnte man eine Angst vor Fremdartigem finden. Damals war die Xenophobie sogar unter den Gelehrten wie Platon oder Aristoteles verbreitet (Foto: morhamedufmg/Pixabay).
Schon bei den alten Griechen konnte man eine Angst vor Fremdartigem finden. Damals war die Xenophobie sogar unter den Gelehrten wie Platon oder Aristoteles verbreitet (Foto: morhamedufmg/Pixabay).

Wie lange gibt es die Xenophobie schon?

Der Begriff Xenophobie taucht zuerst am Anfang des 20. Jahrhunderts auf, und zwar in Frankreich, später wird er vereinzelt auch in Deutschland und England verwendet. Skepsis oder sogar Hass gegenüber Fremden ist jedoch ein Phänomen, das bis in die Frühgeschichte der Menschheit zurückreicht.
Schriftliche Zeugnisse finden sich etwa im antiken Griechenland, bei berühmten Philosophen wie Platon und Aristoteles, bei denen alle Fremden als „Barbaren“, als Nicht-Griechen bezeichnet wurden. (Der griechische Begriff bárbaros (βάρβαρος) stand für: ‘fremd, nichtgriechisch, unkultiviert, roh’.)

In Platons Gedankenwelt sollte der ideale Staat den Barbaren verschlossen bleiben, während Aristoteles sich vorstellte, dass ein Barbar – im Gegensatz zu einem Griechen – schon durch seine Geburt den dauerhaften Status eines Sklaven innehat. Auch der Aufklärer Voltaire hat dunkle Bereiche in seinem Denken. Er achtete zwar die Araber hoch, hatte jedoch eine ausgeprägte Negrophobie, also Angst vor dunkelhäutigen Menschen. Die Xenophobie macht also auch vor augenscheinlich klugen Köpfen nicht Halt. Doch woher stammt diese Angst?

Ist die Xenophobie etwa angeboren?

Es ist sehr wahrscheinlich, dass Vorläufer der Xenophobie schon seit langem im Menschen angelegt sind – die Frage ist dann, was man als zivilisierter Mensch in einem fortschrittlichen Land mit dieser Anlage anfängt. Gibt man sich dem Impuls hin und nährt ihn gar, oder nimmt man sich zusammen und geht offen auf den Fremden zu?

Andersartiges und Fremdes muss nicht zwangsläufig mit Gefahr verbunden sein. Dies zu lösen, ist Ziel der Hypnosetherapie (Foto: Pixabay/Skitterphoto).
Andersartiges und Fremdes muss nicht zwangsläufig mit Gefahr verbunden sein. Dies zu lösen, ist Ziel der Hypnosetherapie (Foto: Pixabay/Skitterphoto).

Ursprünglich war die Fremdenangst sicherlich ein wichtiger Schutzmechanismus, denn man wusste nie, ob der Fremde, der am Höhleneingang auftauchte, einem wohlgesonnen oder gefährlich war. Ein gewisses Misstrauen ist in einer solchen Situation natürlich angebracht. Wie tief sich das im Verhalten der Menschen verankert hat, zeigt zum Beispiel die Angewohnheit des Händeschüttelns, denn es verdeutlicht, dass man dem anderen unbewaffnet gegenübertritt. Doch nur, weil man Vorsicht oder Angst als unwillkürliche Impulse spürt, heißt das noch lange nicht, dass man sie auch kultivieren muss.

Fremdenhass ist ein rückständiges Phänomen

Jeden Fremden als potentielle Bedrohung zu sehen, kann heute nur als unangemessene Furchtreaktion eingestuft werden. Teilweise wird diese Furcht im politischen Diskurs sogar instrumentalisiert und geschürt. Der Unterschied zwischen einer angemessenen Reaktion und der Xenophobie liegt darin, dass das (bzw. der) anfänglich unheimlich wirkende Neue bei einer vorhandenen Xenophobie absichtlich in diesem Zustand gehalten wird. Man hat gar kein Interesse daran, seine Einstellung zu überdenken oder gar zu korrigieren.

Wie anfänglich erwähnt, dient die Abgrenzung auch der eigenen Identifikation, ein Phänomen, das in Gruppen noch einen deutlichen Aufschwung erlebt. Die negativen Gefühle schaukeln sich hoch und verfestigen sich, wenn sie von anderen noch befeuert werden. Zudem kommt es leicht dazu, dass eigene Ängste auf die Fremden projiziert werden und dadurch ein Gefühl von vermeintlicher Kontrolle erlangt wird. Denn die drohende Arbeitslosigkeit, die Verschlechterung im eigenen Viertel und die Angst vor der Armut hängen jetzt mit den Fremden zusammen: Würden sie nur gehen, wäre alles wieder in bester Ordnung. Das stimmt zwar nicht, ist aber eine schöne, einfache Theorie, die jeder verstehen kann.

Xenophobie macht einsam

Irgendwann hat man nur noch mit den Menschen vom Stammtisch zu tun, welche dieselbe Meinung vertreten wie man selbst. Jeder, der sich weiterentwickelt, wird eine ausgelebte Xenophobie in seiner Umgebung als Belastung empfinden und sich weigern, mit dem Xenophobiker Gespräche zu führen oder mit ihm durch die Stadt zu gehen. Immerhin gibt es dort immer mehr Fremde, die Anlass zu einer Diskussion bieten könnten. Wer von der Xenophobie betroffen ist, merkt vielleicht an diesem Punkt, dass es so nicht mehr weitergeht, und entschließt sich, etwas gegen seine Einstellung zu unternehmen. Denn es gibt keinen Grund, andere Menschen nur aufgrund ihrer Fremdartigkeit zu hassen.

Wer es allein nicht schafft, die Xenophobie hinter sich zu lassen, findet natürlich in unserer Praxis kompetente Hilfe – wie bei jeder anderen Phobie kann die Hypnose hier sehr hilfreich sein.

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Wir sind Montags bis Freitags von 09:00 bis 18:00 Uhr persönlich für Sie da.

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